Mittwoch, 24. August 2016

CabinTully Tour

Letzten Samstag hat die Heritage Week begonnen, aber ich bin wieder mal unterwegs und kann darum nicht viel mitmachen. Darum hab ich mich umso mehr gefreut, dass die CabinTully Tour am Samstag angeboten wurde. Ich wollte das schon letztes Jahr machen, ist sich dann aber nicht ausgegangen. Eine gute Gelegenheit, die nun nicht mehr ganz so neue Wohngegend ein bissl zu erkunden.
 
Begonnen hat die Tour bei einem Standing Stone in einer Wohnanlage neben dem Cabinteely House, den man bei Baubeginn eben jener gefunden hat und der aus der Bronzezeit stammt.
 
 

Weiter ging's zu einem keltischen Hochkreuz aus dem 12. Jahrhundert. Das kannte ich schon. Vor 7 Jahren oder so hab ich einen selbstgeführten Rundgang in der Gegend gemacht und das Kreuz entdeckt. Seitdem war ich aber nicht mehr dort, und wusste auch nicht mehr, wie man dort hinkommt. Ich hatte irgendwie in Erinnerung, mich zwischen Häusern über Felder und Hügel durchgeschlagen zu haben. Dieses Mal gab's einen asphaltierten Weg und es war ganz nah. Entweder gab es hier in den Jahren dazwischen Infrastrukturentwicklung, oder ich hab mich damals schlicht und einfach verlaufen :-)

Und ich hab noch dazu einen lokalen Mythos gelernt: Wenn man bei diesem Kreuz einen Heiratsantrag macht bzw. bekommt, und dabei der Ring durch eines der Löcher im Kreuz überreicht wird, wird die Ehe auf immer und ewig glücklich sein :-)


Gegenüber vom ersten Kreuz steht ein zweites, und das hab ich damals definitiv nicht gesehen. Das steht, etwas versteckt, hinter einem Zaun auf einer Wiese und man muss ein bissl klettern, um hinzukommen.


Dieses hier ist aus dem 10. Jahrhundert, und leider kann man nicht mehr erkennen, wen die Darstellungen zeigen sollen. Beeindruckend finde ich's trotzdem.


 
Letzte Station  war dann die Ruine der Tully Church aus dem 11. Jahrhundert. Auch die hatte ich damals entdeckt. Aber nicht gewusst, dass die noch viel älter ist, weil die ursprüngliche Kirche eigentlich vorne dran stand und viel kleiner war, aber mit der Zeit erweitert wurde. Und, hier haben mal die Wikinger gelebt, sich dann aber mit den Iren verheiratet und quasi eingebürgert.
 




Bonus obendrauf: Hab vom Hügel aus meine Wohnhausanlage gesehen!


Dienstag, 23. August 2016

Windy Dublin

Seit etwas über einem Jahr habe ich den Eindruck, dass es immer wieder sehr windig ist in Dublin. Kann aber nicht sagen, ob das tatsächlich mehr ist als "früher", oder nur meine Wahrnehmung jetzt mehr in diese Richtung geht :-) Jedenfalls hab ich letzte Woche mal meinen Balkon so vorgefunden, als ich von der Arbeit gekommen bin ....
 

Hab somit beschlossen, die Sommersaison ist jetzt offiziell vorbei - bin eh schon wieder dauernd unterwegs, dass das mit dem Balkonsitzen wohl nix mehr wird - und die Balkonmöbel durften wieder ins Schlafzimmer umziehen.

Montag, 22. August 2016

Olympia Theatre - Once

Der eigentliche Grund, warum ich einen Dublin City Centre Tag eingelegt habe, war, dass ich mir das Musical "Once" anschauen wollte. Ich wusste zwar nicht, worum's ging, aber es gibt grad viele Plakate mit guten Kritiken, dann gab's auch noch eine Rabattaktion, es gab Samstag-Nachmittag-Vorstellungen und im Olympia Theatre war ich auch noch nie, also genug Gründe, das zu machen :-)
 
 

Zuerst mal gleich ein sehr positives Bild vom Theater. Sehr schön, viel Gold und Stuck, aber nicht zu protzig.


Das Musical hat mir sehr gut gefallen. Eine 10-12 köpfige Gruppe, die nicht nur gesungen, sondern auch selbst die Instrumente gespielt haben. Es ging um eine Gruppe von Musikern, die sich eher zufällig finden und ihre Musik aufnehmen, um in Amerika berühmt zu werden. Und daneben noch ein paar Liebesgeschichten.

Und witziges Unikum: Vor der Vorstellung und während der Pause wurde das Publikum eingeladen, die Drinks auf der Bühne einzunehmen.


Sonntag, 21. August 2016

Secret Dublin

Letzten Samstag hab ich mal wieder einen Dublin City Centre Tag eingelegt, ein paar Besorgungen gemacht und einige Sights aus dem Secret Dublin Buch abgearbeitet. Schon interessant, was man da alles entdecken kann. An manchen Punkten ist man schon 1.000 Mal vorbeigelaufen, ohne sie wahrzunehmen, andere sind doch eher versteckt und darum selbst nach 7 Jahren intensivem Sightseeing noch nicht bekannt :-).
 
Erstes hidden Sight waren "Erin & Lough", Art Deco Fresken am Gebäude des Wirtschaftsministeriums.
 

Weiter zum Prince Albert Memorial, dem einzig verbliebenen "Royal Monument" in Dublin.


Sweny's Apotheke erlangte in James Joyce's "Ulysses" Berühmtheit, weil Leopold Blum dort eine Zitronenseife kauft. Anscheinend gibt's die heute dort immer noch (ist heute allerdings eher ein Souvenirshop als eine Apotheke). Ich hätte mich sogar ggf. dazu überreden lassen, eine zu erwerben, aber samstags hat sie offenbar geschlossen.


Ein weiterer Joyce-Stop: Finn's Hotel, in dem Nora Barnacle als Zimmermädchen arbeitete, als Joyce sie zum ersten Mal sah. Am 16. Juni 1904. Joyce ließ Ulysses an diesem Tag spielen, zum Gedenken an den Tag, an dem er die Liebe seines Lebens traf. Hach :-)


Challoner's Corner ist ein verstecktes Plätzchen im Trinity College, angeblich Dublin's kleinster Friedhof. Luke Challoner's Buchsammlung war der Grundstein der Bibliothek.


Auf der O'Connell Bridge gibt es eine Plakette zum Gedenken an Pastor Pat Noise, dessen Kutsche dort am 10. August 1919 unter mysteriösen Umständen in die Liffey gestürzt ist. Angeblich. Ist nämlich alles Schwindel. Die Plakette wurde 2004 heimlich angebracht, um das Loch abzudecken, dass die Kontrollanlage für eine Uhr hinterlassen hat. Und bis 2006 ist es keinem aufgefallen, dass da plötzlich was anders ist. Die Stadtverwaltung hat die Plakette 2007 entfernt. Innerhalb von ein paar Monaten ist sie wieder aufgetaucht. Und dann hat die Öffentlichkeit sich dafür eingesetzt, dass sie bleibt.


In der Statue am Ende der O'Connell Bridge gibt es Einschlusslöcher der 1916 Rebellion zu entdecken (siehe Ellbogen).


Am ehemaligen Stammsitz der Irish Independent sieht man die Briefkästen für Anzeigen und Wettbewerbe.

 
Am nördlichen Ende der O'Connell Street, am Anfang der Taxischlange, ist "The Cab Drivers' Shrine", wo darum gebetet wird, die Taxifahrer auf ihren Fahrten zu beschützen.


Ein weiteres literarisches Sight: Brereton's Pawnbrokers, ein Juweliergeschäft, in das in E.L. Wallant's "The Pawnbroker" (noch nie davon gehört...) Bezug genommen wird.


... und weiter zu den Seepferdchen-Lampen auf der Capel Street Bridge.


Und zum Abschluss noch ein Durchfluss am Kai, wo der River Poddle in die Liffey fließt.


Was ich am Stadtspaziergang dann noch zufällig entdeckt habe: Ein Militäraufgebot vor dem Haus des Premierministers ...


... und eine Stadtrundfahrtart, die ich bislang in Dublin noch nie gesehen habe (an diesem Nachmittag dafür dann gleich öfter, auch in Action mit einer Hen's Party :-)).


Samstag, 20. August 2016

Milltown

Da die letzte geplante Milltown Tour ja wegen Schlechtwetter sehr kurz ausgefallen ist, hab ich die "Historic Milltown" Tour im Rahmen des Kultursommers mitgemacht. War sehr nett und gut gemacht. Ein Spaziergang entlang des Flusses ...
 


... mit Info zum früheren Betrieb diverser Mühlen in der Gegend.


Interessant, z.B., dass das Wasser oft viel weiter oben abgeleitet wurde, um genug Schwung zu haben, weiter unten die Mühlen zu betreiben. Mit Schleusen dazwischen, damit die Mühlenbetreiber das auch steuern konnten. Manche von den Schleusen sind noch da ...


... und die ehemaligen  Kanäle kann man auch noch erahnen.


Außerdem gibt es dort eine der ältesten Brücken in Irland ...


... und ich hab gelernt, dass die Iren im 2. Weltkrieg Löcher in ihre Brücken gebohrt haben, um sie notfalls schnell in die Luft sprengen zu können, da sowohl  Deutschland als auch Großbritannien sehr detaillierte Invasionspläne hatten.