Samstag, 3. Dezember 2016

Cliff Walk Story Telling

An einem der letzten Wochenenden wurde in Bray ein Irish Story Telling Event angeboten - bei einem Cliff Walk von Bray nach Greystones. Nachdem die Herausforderung gemeistert war, den Treffpunkt zu finden - wieder mal eine typisch irische Angabe "am Parkplatz, bei der xxx Straße" - fing es gleich mal damit an, dass der Story Teller ein paar Zungenbrecher von sich gab, die wir nachsprechen mussten. Ist ja ganz lustig. Einmal. Ein zweites Mal. Meinetwegen auch noch ein drittes Mal. Beim gefühlten 17. Mal war es dann doch etwas viel. Dann hat er aber doch noch mit seinen Stories angefangen. Allerdings keine irischen Märchen, wie ich erwartet hatte, sondern lokale Stories, nach eigenen Angaben eine Mischung aus Fiktion und Wahrheit. Unterhaltsam und interessant, aber nach ca. 30 Minuten Rumgestehe im Kalten kommt einem dann doch der Gedanke, wann endlich der Walk beginnt. Und wann man nach Hause kommt (allein die Gehzeit des Cliff Walks von Bray nach Greystones dauert 2,5 h).
 
Dann ging es doch ein Stück weiter. Ah. Ca. 20 m. Und weitere Stories für ca. 30 Minuten. Alle zappeln schon ziemlich rum, weil doch eher frostig. Aber nett. Und weiter geht's. Alle marschieren motiviert los. Oder nur, um ein bissl wärmer zu werden :-) Und überholen den Story Teller. Der dann bald mal schreit, dass wir stehen bleiben sollen, es gibt die nächste Story. Wieder grad mal ein kleines Stückl weiter. Wieder Gschichterln und nochmal ein kleines Stückl weiter. Dann merkt sogar der Story Teller, dass alle frieren und beschließt, es gut sein zu lassen und schickt alle heim.
 
Mal was Anderes :-)
 


Freitag, 2. Dezember 2016

Antwerpen

Beim letzten Brüssel-Aufenthalt ging's weiter nach Antwerpen. Vor der Konferenz hatte ich etwas Zeit, die Stadt zu erkunden. Leider hat's geregnet, darum hat mich das Herumlaufen nicht all zu lange gefreut, aber einen Eindruck hab ich doch gewonnen. Die Innenstadt sieht Brüssel ziemlich ähnlich, mit Fachwerkhäusern rund um den Platz ...

... und einem großen Rathaus.


Normalerweise kann man da nicht rein, aber der Empfang der Veranstaltung war dort, und das hat sich wirklich gelohnt :-) Sehr imposant auch von innen.



 
Und vom Fenster aus hatte man auch einen tollen Blick auf die nächtlich beleuchtete Kathedrale.


Ein  Stückerl hinter dem Rathaus steht eine alte Burg am Wasser, auch sehr hübsch.


Der Bahnhof, ebenfalls ziemlich beeindruckend.



Und viele schöne Häuser entlang der Haupteinkaufsstraße.


Darunter auch DAS Hochhaus der Stadt.


Antwerpen ist u.a. für seinen Hafen bekannt. Den hab ich nur aus der Ferne gesehen, aber am Dock war ich zumindest ...
 

... und während das Gebäude in der Mitte davon ziemlich modern aussieht, sind am Rand noch die alten Speicherhäuser. Hat mich sehr an Hamburg erinnert.


Und man sieht jede Menge Diamanten-Geschäfte. Ich glaub, ich hab noch nie so viel Glitzer auf einmal gesehen. Und nirgends Preisschilder, dafür aber "50% Rabatt"- Plakate :-).


Schokoläden gibt's dafür  deutlich weniger als in Brüssel.


Dafür nette Straßenbeleuchtung.


Donnerstag, 24. November 2016

Über den Wolken

Letzte Woche bin ich wieder mal nach Brüssel geflogen - das letzte Mal für 2016 :-) Und darum hat sich der Himmel wohl besonders bemüht, mir eine schöne Aussicht zu bieten.
 



Mittwoch, 16. November 2016

Budapest

Letzte Woche war ich in Budapest, und hab einen super  Flughafenabholservice organisiert bekommen. Und weil es sich ergab (Lage des Hotels), gab es auch noch eine Stadtrundfahrt bei Nacht. Alles schön beleuchtet, nur leider mit meinem Fotoapparat nicht fotografierbar (der will nur bei Licht und Schönwetter :-)). Darum hab ich dann in der Früh, vor der Veranstaltung, noch einen kleinen Spaziergang zur Donau gemacht.
 


  

Zurück zum Flughafen bin ich dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren - mit detaillierter Anleitung. Einzige Enttäuschung war der erfolglose Versuch, eine harte Salami zu erwerben :-)

Montag, 14. November 2016

Yet another exam

Na klar, es geht mal wieder um Ballett :-)

Nach erfolgreicher Absolvierung der Prüfungen zu Grade 7 und Grade 8 der Royal Academy of Dance hat mich jetzt der Ehrgeiz gepackt :-) Schon parallel zum Grade 8 Kurs hab ich den RAD Intermediate Kurs begonnen. Im Gegensatz zu den graded courses handelt es sich dabei um Berufsausbildung. Es wird also ernst. Ich werde Ballerina (*Scherzerl*). Die RAD selbst beschreibt das so:

Vocational Graded Examinations (Intermediate Foundation, Intermediate, Advanced Foundation, Advanced 1, Advanced 2) provide an in-depth study of ballet and prepare students for a career in dance (age 11+).

Zwei Dinge sollten dem aufmerksamen Leser dabei ins Auge springen:
  1. Es gibt auch ein Intermediate Foundation. Ich hab aber  gleich das Intermediate gemacht. Unsere Lehrerin meinte, wir brauchen den Einführungskurs nicht. Sehr optimistisch.
  2. Normalerweise beginnt man das mit 11 Jahren. Tja.
Also. Letzten November hab ich mit dem Kurs begonnen, und anfangs war auch alles gut. Regelmäßige Stunden, es ist gut was weiter gegangen im Lernprozess. Das ganze ist nämlich schon deutlich schwieriger als die graded courses. Schwierigere Technik, mehr Fokus auf Details, Spitzentanz und Demi-Pointe-Schuhe (weiche Spitzenschuhe) für den Rest des Programms (und das macht echt einen Unterschied - man wackelt nur noch rum :-)). Dann kam der Frühling und meine Reiseaktivitäten stiegen sprunghaft an, und ich hatte immer wieder lange Pausen. Doof. Immer, wenn ich wieder in Übung war, gab's eine Unterbrechung, und danach wieder alles von vorne. Anyway. Unsere Lehrerin hat beschlossen, wir sind reif für die Prüfung und hat uns im September angemeldet. Prüfungstermin November. Fein. Einen Prüfungstermin für mich zu finden, war dann eine Herausforderung - ich bin im dreiwöchigen Prüfungsfenster nämlich exakt einen halben Tag in Dublin (siehe oben, Reiseintensität und so). Aber anscheinend haben die Organisatoren es irgendwie gemeistert, und wir (meine 2 Mitschülerinnen und ich) bekamen den Termin heute Vormittag. Eine vierte Schülerin wurde dazu genommen. Bange Überlegungen, wer das wohl ist. Horrorbild: Eine 14-jährige, die täglich übt und ihre Beine bis zu den Ohren wirft. Und uns bei der Prüfung frustriert und abstinken lässt. Erleichterung: Es war letztlich eine ganz normale junge Frau wie wir auch, und auch nicht perfekt im Ballett :-)

Somit kam in den letzten Wochen Panik auf. Zumindest bei mir, die anderen beiden sind eh super. Also gab es Intensivtraining - immer dann eine Stunde, wenn ich mal in Dublin war. Oder vier Stunden am Tag. Je nachdem, was sich halt organisieren ließ. Nach dem 4-Stunden-Training war ich ein bissi erledigt. Zum Glück war's ein Freitag :-)

Irgendwann hab ich dann beschlossen, es sportlich zu nehmen und zu akzeptieren, dass es ja nur ein Hobby ist, und es halt jetzt nimma wesentlich besser wird. Durchkommen ist das Ziel, und dafür braucht man nur 40%, das wird sich ja irgendwie machen lassen.

Trotzdem hab ich letzte Nacht nicht sonderlich gut geschlafen, war total nervös in der Früh und hab überhaupt keine Luft gekriegt. So viel Asthma-Spray wie heute habe ich im ganzen Jahr nicht verwendet :-) Tausend Mal kontrollieren, ob alles eingepackt ist, dann mit dem Auto zur Schnellbahn und mit der Schnellbahn in die Stadt. Die wichtigen Prüfungen finden nämlich im Dublin Dance House statt. Dort gibt es einen sehr netten Rezeptionisten, der einem schon mal ein bissl von der Nervosität nimmt. Rauf in den ersten Stock, sich registrieren und die Nummer abholen. Ungefähr 20 Minuten lang herumfummeln, bis man sie am Trikot angesteckt hat. Aufwärmen (wobei, das war eigentlich unnötig; ich war schon total nassgeschwitzt, als ich dort ankam; grundlos). Spitzenschuhe anziehen und auch so aufwärmen. Demi-Pointe Schuhe anziehen und nochmal die ganz fiesen Sachen (Balance, Drehungen, schnelle Sprünge) üben.

Dann mit Spitzenschuhen, Wasser, Handtuch und Inhaler bewaffnet Aufstellung nehmen. Noch ein paar beruhigende Worte von der Organisatorin (unsere Lehrerin musste unterrichten und konnte nicht dabei sein). Dann läutet das Glöckchen, wir laufen in den Saal. Knicks. Guten-Morgen-Sagen zur Prüferin und zur Pianistin. Die Prüferin fragt nach unseren Namen, sagt, wir sollen unser Zeug weglegen und zur Stange gehen.

Und los geht's. Die Stangenübungen funktionieren recht gut. Ich bemühe mich, mich nicht zu sehr zu bemühen. Bei der letzten Probe hab ich nämlich so viel Energie in die Stangenübungen gesteckt, dass ich danach keine Kraft mehr hatte :-). Hab den Eindruck, die schaut die ganze Zeit nur mir zu (nach der Prüfung hat eine meiner Kolleginnen gemeint, dass sie Eindruck hatte, dass sie SIE nie angeschaut hat - und sie hätte gern dann ihre Aufmerksamkeit gehabt, wenn grad mal was gut geklappt hat :-)). Grmpf. Lächeln. Auch dann noch, als die Prüferin die Pianistin anfahrt, dass sie doch gefälligst das und das machen soll. Oha. Keine freundliche also. Wie gesagt, weiter lächeln. Schließlich baue ich auf die "Performance"-Punkte (weil, mit der Technik schaut's nicht so gut aus).

Erst nach der Stange gibt's eine kleine Pause, dann beginnen die Übungen in der Mitte. Immer zu zweit. Ich bin immer in der ersten Gruppe - was doof ist, weil man ja nicht weiß, wie schnell oder langsam die Pianistin spielt. Und sie spielt IMMER anders als die CD. Naja, vielleicht gibt's dafür "Music responsiveness"-Punkte :-) Die ersten Übungen funktionieren recht gut. Sogar die Drehungen sind nicht schlechter als beim Üben, und das, obwohl ich die "böse Seite" machen muss (wieder "gmpf" - meine beiden Kolleginnen dürfen die "gute Seite" machen). Dann kommt die Balance-Übung - und gar nix geht. Gmpf. Lächeln.

Die Sprünge gehen dann wieder recht gut. Inklusive der Übung, wo sie einfach nur Schrittnamen sagt, man das sofort umsetzen, sich merken, rechts und links lernen und dann 4x durchmachen muss. Sie sagt der Pianistin, sie soll spielen. Macht sie. Und fängt sich wieder eine verbale Ohrfeige ein. Na super. Dann gefällt es der Prüferin offenbar, was sie spielt. Wir hüpfen alle mit. Unsere Lehrerin hat uns nämlich eingetrichtert - nur ja nie stillstehen. Auch wenn man nicht weiß, wie der Schritt geht oder die Kombination vergessen hat, einfach IRGENDWAS machen. Also machen wir halt. Und kriegen Schimpf. Wir sollen nur zuhören, nicht machen. Wieder Oha.

Dann kommen die Variationen, also die "richtigen Tänze". Die kommen von der CD, nicht vom Klavier. Zwischen unseren Solos immer kleine Pausen, in denen die Prüferin Notizen machen. Die Box der Stereoanlage rauscht. Giftige Blicke der Prüferin zur Pianistin. Als ob die was dafür kann?!?

Zum Abschluss der Spitzentanzteil. Geht ganz gut, außer dass ich bei der letzten Übung einige Male nicht schön auf die Spitze komme (ich glaub, meine Spitzenschuhe sind kaputt, war aber zu feige, die neueren anzuziehen, da die eine kleinere Standfläche haben, somit schwieriger für Balance). Lächeln. Auch die Reverance (Dankeschön und Verbeugung) ist auf Spitze und ein Solo. Nach der letzten Kandidatin schaut uns die Prüferin an und sagt, wir sollen unser Zeug holen und gehen. Kein Smalltalk oder ein paar freundliche Worte, oder auch nur ein Lächeln. Tja. Das Bild verhärtet sich :-)

Anyway. Es war sicher keine großartige Prüfung, aber ich hoffe doch auf die 40%. Und irgendwie bin ich weniger enttäuscht als bei der Grade 7 und 8 Prüfung. Da hatte ich nämlich wirklich vor der Prüfung das Gefühl, alles gut zu können, und bei der Prüfung hat halt dann einiges nicht geklappt. Diesmal waren wohl meine Erwartungen nicht so groß, darum auch vielleicht mehr Spaß während der Prüfung und weniger Frust danach. Done is done.

Und übernächste Woche beginnt (vermutlich) der nächste Kurs. Was ganz Neues. Repertoire. So neu, dass es noch nicht akkreditiert ist und sie nach Versuchskaninchen für die erste Prüfung suchen. Und unsere Lehrerin will, dass wir dabei sind. Im Februrar. Hm. Vielleicht gibt's zumindest ein Tutu als Anreiz und Ausgleich :-)